Forschungsausrichtung

Gegenwärtig befindet sich das Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in einer Phase der inhaltlichen Neuorientierung.

Mit der Berufung des Endokrinologen und Genetikers Jens Brüning zum neuen Direktor im Februar 2011 ändert sich langfristig die Forschungsausrichtung des Instituts: Die Bedeutung des Gehirns für die Regulation des Energie- und Glukosestoffwechsels wird zukünftig einen neuen Forschungsschwerpunkt bilden. Darüber hinaus sollen die Grundlagen des vermehrten Auftretens neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson bei gleichzeitig vorhandenen Stoffwechselerkrankungen geklärt werden.


Zum neuen Forschungsfokus

Über komplexe Regelkreise sichert das zentrale Nervensystem (ZNS) den Energiebedarf des Körpers und steuert die Nahrungsaufnahme. Dies geschieht durch die Anpassung des Energieverbrauchs, durch die Regulation des Blutzuckerspiegels sowie durch die Erzeugung eines Hunger- bzw. Sättigungs­gefühls. Die dafür benutzten Signale aus der Körperperipherie werden nahrungsabhängig (z. B. durch den Blutzuckerspiegel) oder durch Hormone vermittelt (z. B. durch Insulin oder Leptin). Die zentral-nervösen Adressaten dieser peripheren Botenstoffe sind Zellgruppen im Hypothalamus, dem Bindeglied von ZNS und Hormonsystem.

Sind die regulativen Wirkmechanismen des ZNS auf molekularer, zellulärer und physiologischer Ebene verstanden, bieten sich damit potenziell neue therapeutische Ansätze in Fällen von Dysregulation wie beispielsweise bei Übergewicht (Adipositas) oder Alterszucker (Typ-2-Diabetes). In enger Zusammenarbeit mit dem MPI für Biologie des Alterns, dem Exzellenzcluster CECAD sowie dem Zentrum für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin der Uniklinik Köln  wird dieses Ziel in den kommenden Jahren verfolgt werden.

 

Bisherige Forschungsansätze

In den Jahren 2005 bis 2010 leitete Yves D. von Cramon das Max-Planck-Institut für neurologische Forschung mit den Klaus-Joachim-Zülch-Laboratorien der Max-Planck-Gesellschaft. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln wurde schwerpunktmäßig auf den Gebieten Neurologie und Onkologie geforscht. Diese klinisch-orientierte Forschung wird in den am Institut etablierten Arbeitsgruppen weiter fortgeführt werden. Sie gründet sich auf die folgenden drei Pfeiler: Grundlagenforschung, krankheitsbezogene Forschung und patientenorientierte Forschung.

Die Mehrzahl der bisherigen Forschungsprojekte des Max-Planck-Instituts für neurologische Forschung können als „krankheitsbezogen“ eingeordnet werden. Im Vordergrund standen Studien des zerebralen Hirninfarktes (Schlaganfalls) und der Tumorerkrankungen des Gehirns. Weitere onkologische Forschungs­projekte beschäftigten sich mit Fragen der Krebsgenomik am Beispiel von Lungentumoren. Eine andere Projektlinie verfolgte Themen der „kognitiven“ Neurologie.

Bildgebende Verfahren wie die Positronenemissionstomographie (PET), die Magnetresonanz­tomographie (MRT) und die Optische Bildgebung (OI) wurden als wesentliche Forschungsinstrumente eingesetzt, um im Tiermodell aber auch bei hirngesunden Probanden und neurologischen/psychia­trischen Patienten interessierende biomedizinische Prozesse sowohl auf molekularer wie auch auf funktioneller Ebene abzubilden.  

Das Institut stellte sich intensiv der Herausforderung, seine aus Grundlagen- und krankheits­bezogener Forschung gewonnenen Erkenntnisse in die patientenorientierte Forschung zu übertragen und, wo das schon möglich war, weitergehend in die praktisch-klinische Krankenversorgung. Die unmittelbare Nähe zum Klinikum der Universität zu Köln gibt exzellente  Möglichkeiten, am Institut entwickelte Modelle und vorklinische Hypothesen an Patienten in klinischen Untersuchungen beziehungsweise durch die Analyse von Patienten­daten oder -proben zu überprüfen. Dabei hat sich die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen des Universitätsklinikums sehr bewährt. Eine wichtige Funktion haben in diesem Zusammenhang die in den Klaus-Joachim-Zülch-Laboratorien zusammengeführten Max-Planck- und Minerva-Forschungsgruppen. Diese wurden speziell unter dem Gesichtspunkt einer engen Verzahnung mit der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln zur Förderung junger Wissenschaftler/innen eingerichtet.






IN STICHWORTEN

neu

  • Schwerpunktthemen: zerebrale Kontrolle des Energie- und Glukose­stoffwechsels;
    Zusammenhang von Übergewicht, Insulinresistenz und Typ-2 Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen
  • Ansatz:
    krankheitsbezogen & patientenorientiert
  • Einsatz vielfältiger bildgebender Verfahren
  • enge Kooperation mit MPI BAlt, CECAD, ZEDP

bisher

  • Schwerpunktthemen:
    Neurologie & Onkologie
  • Ansatz:
    krankheitsbezogen & patientenorientiert
  • Einsatz vielfältiger bildgebender Verfahren
  • enge Kooperation mit der Universität zu Köln