Girls’ Day am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung
Am 23. April fand zum 9. Mal der Mädchen-Zukunftstag statt - erstmalig beteiligte sich auch das Max-Planck-Institut für neurologische Forschung: 20 Schülerinnen erprobten sich als Forscherin bzw. als Industriemechanikerin.
Wer außer WissenschaftlerInnen arbeitet noch alles an einer Forschungseinrichtung? In einer Einführungsveranstaltung erfuhren die eingeladenen Schülerinnen, dass ohne die Unterstützung von technischen AssistentInnen, ElektronikerInnen, SekretärInnen, LaborantInnen und vielen weiteren Berufsgruppen die ForscherInnen ihre Arbeit nicht bewältigen könnten. Eben noch den Besuch durch ein Gruppenfoto dokumentiert, konnte es dann endlich losgehen, sich selbst auszuprobieren.
Zwei Schülerinnen schnupperten in die Arbeitsaufgaben einer Industriemechanikerin hinein. Nach kurzer Unterweisung in die Arbeitssicherheit ging es dann ans praktische Erkunden der Metallbearbeitung. Viel Zeit und Geduld erforderte diese Feilübung – gar nicht so einfach, ein Loch auch wirklich rund zu bekommen! Auch in diesem Ausbildungsberuf geht es ohne PC-Kenntnisse nicht: neugierig verfolgten die beiden Mädchen eine Einführung ins CAD-Zeichnen. Besonders beeindruckt zeigten sich die zwei von der CNC-Fräse, die in ein durchsichtiges Plattenmaterial einen Gecko fräste, den sie anschließend von Hand farblich hervorhoben. „Die Maschine macht das ja alles ganz alleine“, staunten die Mädchen – wohl wissend, dass ein aufwändiges Programm dahinter steckt. Stolz präsentierten sie am Ende ihres Arbeitstages die von ihnen gefertigten Produkte. Ihre Einschätzung: „Hat Spaß gemacht, aber jeden Tag feilen…“.
Die Mehrheit der Mädchen verschaffte sich einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Forscherin. Zwei Psychologinnen leiteten das Projekt „Wie man herausfindet, wie das Gehirn funktioniert“. Hier gab es nach einem geschichtlichen Abriss der Hirnforschung und einer theoretischer Einführung in die Forschungsfragen für die 12 interessierten Mädchen auch Mitmach-Experimente an Laptops, die zeigten, wie man mehr über die Funktionsweise des Gehirns herausfinden kann. Gebannt lauschten Schülerinnen den Erklärungen zu Abbildungen von „arbeitenden“ Gehirnen, die mittels verschiedener bildgebender Verfahren aufgenommen waren. Sie erfuhren so, wie wichtig ein gutes Verständnis der Grundlagendisziplinen Mathematik, Physik, Chemie und Biologie für die Neurowissenschaften ist.
Sechs Schülerinnen wollten wissen, was man durch das Beobachten von Ratten lernen kann. Dieses von Biologinnen durchgeführte Projekt zeigte ihnen, dass diese Nager dieselben Entscheidungen treffen können wie Menschen! Besonderen Gefallen fanden die Schülerinnen am selbständigen Trainieren der Ratten als Vorbereitung auf ein solches Entscheidungsexperiment. Theorie rundete auch dieses Projekt ab. „Besonders toll war, dass wir selbst mit den Ratten arbeiten durften“, so nicht nur eine abschließende Meinung.
Bundesweit nahmen 126000 Mädchen an 9000 Angeboten von Unternehmen, Hochschulen, Forschungszentren und anderen Einrichtungen zur Berufsorientierung teil. In Köln beteiligten sich gut 50 Anbieter, die mehr als 2000 Schülerinnen Einblicke in die verschiedensten Berufswelten verschafften. In Lindenthal stellte ausschließlich das Max-Planck-Institut für neurologische Forschung Plätze zur Verfügung. Die Nachfrage war so groß, dass binnen kürzester Zeit alle Plätze bereits im März vergeben waren. Die Zufriedenheit war am Ende der Veranstaltung auf beiden Seiten groß, so dass eine Beteiligung des Instituts am Girls’ Day im nächsten Jahr zu erwarten ist.