Forschungsgruppe

Krebstherapie & Mol. Bildgebung  Leiter:  Dr. R. Ullrich

(Cancer Therapy & Molecular Imaging)

Die Arbeitsgruppe "Krebstherapie" untersucht als assoziierte Forschergruppe der Medizinischen Klinik I am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung die Wirksamkeit zielgerichteter Krebstherapien mittels molekularer Bildgebung.

Blockieren von Signalwegen als Weg zur Tumorbekämpfung

In den letzten Jahren zeigte sich zunehmend, dass Krebs eine genetische Erkrankung ist. Mutationen im Genom einer Zelle führen zu einer Transformation von gesunden Zellen zu Tumorzellen.  In der Gengruppe der sogenannten Onkogene geschieht dies durch Stimulieren der Zellteilung, was das Wachsen der Tumorzellen bedingt. Es zeigte sich, dass diese Onkogene die Tumorzellen in eine essentielle Abhängigkeit von bestimmten Signalwegen im Zellinneren führen. Zielgerichtetes Hemmen dieser Signalwege unterbindet die Neubildung von Tumorzellen und führt so zum programmierten Zelltod der Tumorzellen. Die Wirksamkeit solcher Krebstherapien untersucht die Arbeitsgruppe von Dr. Roland Ullrich im Lungenkarzinommodell sowohl in vitro als auch in vivo. Sie arbeitet dabei eng mit der Max-Planck-Forschungsgruppe "Funktionelle Krebsgenomik" zusammen. 

Ohne Blut kein Vermehren von Tumorzellen 

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt auf der Untersuchung anti-angiogener Therapieansätze. Dies sind zielgerichtete Therapien, die die Durchblutung des Tumors angreifen. Ziel ist es hierbei, die Blutversorgung des Tumors zu reduzieren, um so die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Tumorzellen zu unterbinden. Unsere Gruppe setzt hierbei auf die Untersuchung molekularer Mechanismen, die das Wachstum von Tumorgefäßen fördern. Wir nutzen in vitro-Verfahren (Western Blot, ELISA, PCR, IP etc.), um die molekularen Grundlagen der für die Tumorangio­genese relevanten Signaltransduktions­kaskaden zu verstehen. Langfristig sollen in Kooperation mit dem Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn (CIO) hieraus neue Therapieansätze entwickelt werden, die dann klinische Anwendung finden.

Der methodische Ansatz

Die molekulare Bildgebung ermöglicht eine nicht-invasive, in vivo-Darstellung krankheits-spezifischer, molekularer Prozesse. Unsere Gruppe nutzt die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Biolumineszenz-Bildgebung (BLI), um Effekte zielgerichteter Therapieansätze gegen Krebszellen zu untersuchen. Diese Verfahren ermöglichen es, tumorspezifische Stoffwechselprozesse nicht-invasiv sowohl im Tiermodell als auch bei Patienten darzustellen. Die hierfür benötigten radioaktiv markierten “Tracer” werden von der Forschungsgruppe Radiochemie am Institut produziert. So zeigten wir beispielsweise in Patienten mit bösartigen Gehirntumoren, dass die 18F-FLT PET eine nicht-invasive Quantifizierung der Tumorzellproliferation erlaubt. Die Inhibierung der Tumorzellproliferation ist hierbei das wesentliche Ziel gerichteter Therapieansätze in der Krebstherapie. Wir nutzen die molekulare Bildgebung zur Entwicklung neuer Therapien, die gezielt das Tumorwachstum angreifen.

In vivo Darstellung des Therapieansprechens zielgerichteter EGFR-Inhibition durch Erlotinib bei Erlotinib-sensitiven (oben) und Erlotinib-resistenten nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomnen im Xenograft-Mausmodell mittels [18F]FLT PET.  

Die Forschungsschwerpunkte
im Einzelnen:

Überprüfen der Wirksamkeit zielgerichteter Krebstherapien basierend auf

  • der Blockierung von zellulären Signalwegen
  • der Reduzierung der Durchblutung des Tumorgewebes



Dissertationsprojekte

VEGF:VEGFR-2 signaling in tumor cells and its role for inducing an angiogenic phenotype in non small cell lung cancer

Sampurna Chatterjee


Epha2 driven migratory process induced by inhibition of VEGFR-2 in NSCLC

Caroline Wieczorek

 

SFB 832

"Molekulare Basis und Modulation der zellulären Interaktionen im Tumormikromilieu"

SFB-Homepage

 SFB ins Leben gerufen 2009