„In Gehirne ‚hineinsehen’ – aus Zahlen werden Bilder“Zum dritten Mal hatte ein Dutzend 10- bis 12-Jähriger die Möglichkeit, im Rahmen der KölnerKinderUni am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung Programmieren im Turbogang zu erlernen. Ganz ohne Vorkenntnisse. An sechs neuen Apple iMac-Maschinen mit riesigen Bildschirmen wurden die Kinder paarweise vom Kursleiter Stefan Vollmar in die Welt der Informatik entführt. Spielerisch lernten sie, in der Programmiersprache Python verfasste Dateien zu ändern – und zwar mit dem zuvor beabsichtigten Ergebnis! Schnell hatten alle verstanden, wie man dem Computer sagt, etwas mehrmals zu tun (benutze den Befehl „for“) oder wie man Bedingungen formuliert („if“). Den Sinn von Variablen zu erfassen - kinderleicht. Und wenn es doch einmal an einer Stelle mit dem Verständnis hakte, konnte jedes Zweier-Team seinen eigenen IT-Berater aus der Arbeitsgruppe des Kursleiters zu Rate ziehen, der hinter ihm Position bezogen hatte. Was Zahlen alles könnenIm Verlauf des Intensivkurses ließen die Kinder den Computer auf dem Bildschirm Grafiken malen oder auch Töne spielen. Man konnte ihn sogar neue Musikstücke komponieren lassen. Dass dieses in einer wav-Datei gespeicherte Werk als Hörerlebnis doch recht modern anmutete, lag am Verwenden eines Zufallsgenerators im geschriebenen Programm. Zahlen machen also Töne. Und sie können noch mehr! Bereits nach anderthalb Stunden konnten die Kinder eine graue KinderUni-Eule in eine bunte verwandeln. Informatiker bezeichnen diesen Vorgang als Segmentierung und meinen damit das Zuordnen von Farben mittels Schwellenwerten. Visualisieren mit Falschfarbtabellen, kein Problem für den IT- Nachwuchs. Zahlen können also auch Bilder erzeugen. Und durch Überlagerung zweier Einzelbilder kann man ein neues herstellen. Diese Methode der "Image Fusion" lernten die Kinder an zwei Schnittaufnahmen, die von einem echten menschlichen Gehirn stammten. Mit dieser Technik lassen sich Aufnahmen aus zwei verschiedenen Bildgebungsverfahren (MRT, PET) zusammenführen, was die Vorzüge beider Darstellungsformen kombiniert. Zum Schluss noch eine 3D-Fahrt durch ein menschliches Gehirn. Wo wohl die Augen sind? Los geht’s: Das am Institut entwickelte Programm VINCI starten, Datensatz laden, die Schichten nacheinander durchfahren und an der richtigen Stelle anhalten. „Ich hab sie!“ Offensichtlich ein gelungenes Beispiel, wie Zahlen in ein Bild umgesetzt wurden. Der Programmier-Grundstein wurde gelegtNach zwei Stunden wirkten alle etwas geschafft. Kinder wie Erwachsene. Aber beim Besuch reichten die Kräfte dann doch noch aus für einen Eintrag ins Gästebuch des Instituts sowie einen Stempel ins Studienbuch. Den Heimweg traten die Kinder mit einer CD-ROM in der Hand an, die es ihnen ermöglicht, alles Gelernte zu Hause nochmals nachzuvollziehen und zu vertiefen. Einige schienen auf den Geschmack gekommen zu sein.
Text als PDF Bei Fragen zum Thema "Programmieren für Kinder" wenden Sie sich bitte an (Forschungs- und Servicegruppe IT) ![]() Dokumentation des Workshops Die Kursinhalte können Sie hier nachlesen. Buchtipp "Python für Kids"- Python-Einleitung (Buch und CD-ROM) Gregor Lingl, 4. Auflage 2010, Verlag bhv ISBN: 978-3826686733 ca. 25 Euro Bitte achten Sie möglichst darauf, keine ältere Auflage zu nehmen. |