"Augen auf! Optischen Täuschungen auf der Spur"

In diesem zweieinhalbstündigen Workshop bekamen 12 Kinder den Aufbau eines menschlichen Auges erklärt und lernten anschließend Täuschungen kennen, die sich mit diesem neu erworbenen Wissen erklären ließen. Konzipiert und durchgeführt wurde der Institutsbeitrag zur KölnerKinderUni von Barbara Dillenburger und Niia Nikolova aus der MPI-Arbeitsgruppe „Visual Perception“ mit Unterstützung durch die Forschungskoordinatorin Cornelia Weigelt.

Erst einmal Faktenwissen schaffen. Barbara Dillenburger erklärte allen Gästen den Aufbau eines menschlichen Auges an Modell und Zeichnung. Im extra für diesen Kurs zusammengestellten Anleitungsheft konnten die Kinder die wesentlichen Bestandteile beschriften und wichtiger noch: anmalen. Drei Sorten von Farbrezeptoren gibt es – rote, grüne und blaue. Von letzteren Zapfen aber nicht so viele. Anhand selbstgefertigter Farbkreisel lernten die Kinder, dass das Mischen von farbigem Licht andere Farben erzeugt als das Mischen von Malfarben. Und in weißem Licht sind alle Farben enthalten, wie ein Blick durchs Prisma zeigte. „Wie ein Regenbogen!“ Stimmt. Dasselbe Prinzip.

Anatomisches Wissen liefert Erklärung

Die Information aller Sehzellen der Netzhaut wird über den Sehnerv ins Gehirn transportiert, zur Sehrinde. Die liegt ganz hinten im Kopf. Das ließ sich zwar nicht zeigen, wohl aber, dass an der Austrittsstelle des Sehnervs mangels Rezeptoren keine Bildinformation vorhanden ist. In der Übung „Ein Punkt verschwindet“ wurde die Existenz des Blinden Flecks von den meisten Kindern erfahren.

Bunte Nachbilder erzeugen - dauert ganz schön lange!

Mit grünen Mäusen ging es weiter. Auch Zapfen können ermüden! Die Expertinnen sagen dazu „adaptieren“. Wenn man nur lange genug auf die angemalte Maus starrt ("Wie lange noch? Ist die Minute schon um?") und dann auf ein weißes Blatt schaut,  sieht man einen rosafarbigen Nager als Nachbild. Barbara Dillenburger erklärte: „Farbe sehen ist wie eine Wippe im Gleichgewicht, und wenn eine Seite schwächer wird, wird die andere Seite stärker zum Ausgleich. Das heißt, das weiße Papier erscheint weniger grün als es eigentlich ist und damit eher rot. Dadurch entsteht ein Negativ-Bild von der grünen Maus. Genau auf der Stelle, an der Du Dein Auge ermüdet hast.“

Augen sehen, das Gehirn nimmt wahr

Mit einer leeren Haushaltsrolle konnte gezeigt werden, dass beide Augen zwei einzelne Bilder liefern, die im Gehirn zusammengesetzt werden. Das merken wir normalerweise nicht. Mit dem Kunstgriff „Röhrenblick“ kann man die Bildausschnitte künstlich trennen. Hierfür schaut beispielsweise das rechte Auge durch die Rolle, das linke aber nicht. Bewegt man nun die freie Hand an der Rolle entlang auf das Gesicht zu, dann entsteht das Bild „Loch in der Hand“. Diese Täuschung entsteht also im Gehirn!

Optische Täuschungen - keine Mangelware

Zum Abschluss des Kurses bekamen die Kinder in einer Präsentation weitere Illusionen gezeigt. Und viele von ihnen sind noch nicht verstanden. Es sind also noch genügend erklärungsbedürftige Phänomene übrig! Mit dieser Erkenntnis, einem Stempel in ihrem Studienbuch sowie allen Arbeitsmaterialien im Gepäck verließen uns zufrieden wirkende Gäste.

Mit Eifer dabei: Die Gäste des Workshops

 

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Bei Fragen zum Workshop wenden Sie sich bitte an

Dr.­ Barbara Dillenburger

(Visual Perception)